Schadstoff

Das Thema Schadstoff gewinnt immer mehr an Bedeutung, bereits vor Jahren wurde im Freiwilligen Feuerwehrwesen deshalb ein spezielles Sachgebiet eingerichtet. Im Bezirk St. Pölten wurde ein Schadstofffahrzeug bei der FF St. Pölten-Stadt stationiert, im Jahr 2004 kam ein Dekontaminationscontainer samt Trägerfahrzeug hinzu. In einigen Feuerwehren stehen weitere Schadstoffanhänger zur Verfügung.

Ein DEKO-Platz wird bei grösseren Ansammlungen von Schutzanzugtrupps im Falle eines Schadtstoffeinsatzes errichtet. Bei diesem Dekontaminationsplatz können die Chemieschutzanzug(CSA)-Trupps, betroffene Personen und Gerätschaften gereinigt werden.Bei der Reinigung werden zwei Arten unterschieden:

  • trockene DEKO (Reinigung mit Tüchern und Putzpapier)
  • nasse DEKO (Reinigung mit Wasser und Reinigungszusätzen)


Die DEKO-Mannschaft wird aus Kräften des Abschnittes St. Pölten-Stadt gestellt, die im Einsatzfall mit dem WLF-DEKO, Messdienstfahrzeug Florian 23, Schadstofffahrzeug, Atemluft- und Mannschaftstransportfahrzeugen zum Einsatzort abrücken. Um die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Feuerwehren zu optimieren werden regelmäßig DEKO-Schulungen in der Feuerwehrzentrale St.Pölten durchgeführt. Die Aufgaben am DEKO-Platz sind den jeweiligen Bereichsleitern zugeteilt. Vier Hauptverantwortliche(DEKOPLATZ-LEITER, DEKO-ATEMLUFT, DEKO-WASSER und DEKO-STROM) kümmern sich um die Errichtung der Gerätschaften ihrer jeweiligen Bereiche.

Mit rund 24 Tonnen Zitronensäuren-Granulat und einem dutzend Schutzengel war Dienstagnachmittag ein LKW Lenker auf der Kremser Schnellstraße Richtung St. Pölten unterwegs. Kurz bevor er am Knoten St. Pölten auf die Westautobahn auffahren konnte, touchierte er mit seinem tonnenschweren Fahrzeug einen weiteren Lastkraftwagen. Beim Aufprall wurde die Plane des Sattelzuges so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass die geladenen "Bigpacks" mit kristallisierter Zitronensäure zum Teil aufgerissen wurden und das Granulat auf den Pannenstreifen sowie den rechten Fahrstreifen verteilt wurde. Glücklicherweise war, entgegen ersten Meldungen niemand eingeklemmt.

Neben den ursächlichen Aufgaben der Brandbekämpfung und der Abarbeitung technischer Notlagen jeglicher Art haben sich bei unserer Feuerwehr vor mittlerweile über 10 Jahren einige Mitglieder zusammengefunden und damals die "Schadstoffgruppe Wagram" ins Leben gerufen. Sie sind dazu da, um bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen, wie beispielsweise brennbaren oder ätzenden Flüssigkeiten oder Gasen, die notwendigen Schritte zu setzen und eine Ausbreitung der Gefahr zu verhindern.

Freiwillige Feuerwehrleute stehen immer an vorderster Front, wenn bei Unfällen auf Straße und Schiene oder bei Zwischenfällen in Industrie und Gewerbe Gefahrgüter ausgetreten sind und eine Gefährdung von Menschen, Tieren oder der Umwelt darstellen. Dafür ist die entsprechende Ausrüstung, aber vor allem die richtig ausgebildete Mannschaft notwendig. Um dem gerecht zu werden und den Ausbildungsstand zu festigen, rückten am vergangenen Wochenende 18 Feuerwehrmänner aus dem Feuerwehrabschnitt St.Pölten-Stadt unter der Führung von Abschnittsfeuerwehrkommandant Brandrat Ing. Martin Schifko zu einem gemeinsamen Schadstoff-Training nach Deutschland aus. Bei der Werksfeuerwehr des Chemieparks Gendorf konnten verschiedene Szenarien mit gefährlichen Stoffen geübt werden.

Am Samstag, den 18. Mai 2013, fand von 07:30 bis 12:00 Uhr eine Übung der Schadstoff-Einheit des Feuerwehrabschnittes St.Pölten-Stadt im ÖBB-Werk St.Pölten statt. Ziel der gemeinsamen Übung der Schadstoff- und Deko-Gruppe war das Auffrischen der Kenntnisse über die Gerätschaften für Einsätze mit Gefahrgütern und die Vorbereitung auf die Zusammenführung der beiden Gruppen zu einer schlagkräftigen Schadstoff-Einheit. Rund 25 Mitglieder von sieben Feuerwehren des Stadtgebiets nutzten die Gelegenheit und beübten einen Vormittag lang den Übungskesselwaggon der ÖBB.