Die Feuerwehr warnt: CO-Gefahr durch mobile Klimageräte bei Gasthermen – Bei den derzeitigen sommerlichen Temperaturen können mobile Klimageräte nicht nur Erfrischung bringen, sondern – wenn sich in der Wohnung auch eine Gastherme befindet – auch Lebensgefahr.
Denn dadurch, dass vom Klimagerät Luft aus der Wohnung hinausgeblasen wird, können sich durch den Unterdruck im Raum Abgase und damit unsichtbares und geruchloses Kohlenmonoxid sammeln. Fachmännische Beratung und CO-Warnmelder werden wärmstens empfohlen.
Ein Schadstoffeinsatz der Feuerwehr St. Pölten-Stadt am vergangenen Sonntag (21.06.2026) zeigt eindringlich, welche Gefahren von mobilen Klimageräten in Kombination mit bestimmten Gasthermen ausgehen können. Die Feuerwehr wurde alarmiert, nachdem bei einem Rettungseinsatz das CO-Warngerät der Rettungskräfte angeschlagen hatte. Zwei Personen in einer Wohnung waren an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung erkrankt, Ursache dürfte nach ersten Erkenntnissen der Betrieb eines mobilen Klimagerätes in Verbindung mit einer raumluftabhängigen Gastherme gewesen sein.
Klimageräte und Gasthermen – eine gefährliche Kombination
Die Feuerwehr St. Pölten-Stadt nimmt diesen Vorfall zum Anlass, die Bevölkerung vor den oft unbekannten Gefahren zu warnen: „Kohlenmonoxid ist besonders tückisch, weil man es weder sehen noch riechen kann. Viele Menschen wissen nicht, dass mobile Klimageräte in Kombination mit bestimmten Gasthermen eine lebensgefährliche Situation verursachen können. Deshalb appellieren wir eindringlich an alle Haushalte, sich vor der Inbetriebnahme beraten zu lassen und Warnmelder zu installieren“, betont Feuerwehrkommandant der FF St. Pölten-Stadt OBR Mateusz Fryn.
Wie entsteht die CO-Gefahr bei mobilen Klimageräten?
Viele mobile Klimageräte arbeiten mit einem Abluftschlauch, der warme Raumluft ins Freie leitet. Dadurch kann in der Wohnung ein Unterdruck entstehen. Bei raumluftabhängigen Gasthermen, die ihre Verbrennungsluft aus dem Wohnraum beziehen, kann dies dazu führen, dass die Abgase nicht mehr ordnungsgemäß über den Rauchfang abgeführt werden. Stattdessen gelangen die Abgase – und damit das hochgiftige Kohlenmonoxid (CO) – zurück in die Wohnung. Eine lebensbedrohliche Situation, nicht nur für einen selbst, sondern auch für das Umfeld.
CO: Die unbemerkte Gefahr
Kohlenmonoxid (CO) ist farb-, geruch- und geschmacklos. Im menschlichen Körper hemmt es den Sauerstofftransport im Blut, der Körper wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, eine Kohlenmonoxid-Vergiftung ist die Folge. Bereits geringe Konzentrationen können zu Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit führen. Höhere Konzentrationen können innerhalb kurzer Zeit Bewusstlosigkeit und Tod verursachen.
Spezielle Kohlenmonoxid-Melder sollten daher unbedingt dort installiert werden, wo Geräte fossile Brennstoffe wie Gas, Öl, Holz oder Kohle verbrennen. Diese sind bereits günstig erhältlich und einfach anzubringen, sie müssen gemäß Europäischer Norm bei bestimmten CO-Konzentrationen (gemessen in parts per million, ppm) innerhalb streng definierter Zeitfenster einen Alarm auslösen.
Bürgermeister empfiehlt: Fachberatung kann Leben retten
„Dank der Feuerwehrleute im Einsatz, konnte die aktuelle Situation gut bewältigt werden. Als Laie die Installation von Klimaanlagen und Wärmepumpen zu probieren, kann nicht nur die eigene Gesundheit gefährden, sondern auch jene von Familien und Nachbarn. In unserer Stadt gibt es eine große Anzahl von Fachbetrieben für Kälte-, Klima- und Wärmetechnik und ich lege allen, die ein Projekt umsetzen wollen, unsere Expertinnen und Experten aus St. Pölten ans Herz“, empfiehlt Bürgermeister Matthias Stadler.
Rauchfangkehrer empfehlen fachliche Überprüfung
Auch die St. Pöltner Rauchfangkehrer sehen angesichts der aktuellen Wetterlage und der zunehmenden Verbreitung mobiler Klimageräte erhöhten Informationsbedarf. „Der gleichzeitige Betrieb dieser Geräte im selben Raum oder Raumverbund mit Gasthermen oder Öfen ist lebensgefährlich. Wenn geduscht wird oder ähnliches, Klimagerät in dieser Zeit außer Betrieb nehmen und für ausreichend Luftzufuhr sorgen“, rät Dr. Josef Wildburger.
Die Feuerwehr und Fachfirmen empfehlen:
- Bei Feuerstätten stets für ausreichende Frischluftzufuhr sorgen.
- Gasthermen regelmäßig warten lassen.
- Vor der Inbetriebnahme eines mobilen Klimagerätes unbedingt den Rauchfangkehrer oder eine Fachfirma kontaktieren und Beratung einholen.
- Kohlenmonoxid-Melder in Wohnungen mit Feuerstätten installieren.
- Nach dem Austausch von Fenstern oder Türen die Feuerstätte erneut überprüfen lassen.
- Bei Anzeichen von Schwindel, Übelkeit oder Kopfschmerzen bei der Verwendung von Klimageräten sofort die Rettungskräfte informieren (Feuerwehr: 122, Rettung: 144)
Die Feuerwehr St. Pölten-Stadt appelliert deshalb eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger: Informieren Sie sich vor dem Betrieb eines mobilen Klimagerätes über mögliche Risiken. Eine fachliche Beratung und Warnmelder können Leben retten!
Quelle: FF St.Pölten-Stadt